Donnerstag, 22.08.02   Irkutsk - Ulan-Ude

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Tacho  
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Bei Toma (=Tamara), meiner Freundin in Ulan-Ude, habe ich mich für 19.00 oder später angekündigt. Von Tanjas Mann, Shenja, haben wir noch Tipps bekommen, wo wir den besten Omul am Weg kaufen können. Wir machen uns kurz nach neun auf den Weg aus der Stadt. Mascha klappert irgendwarum vorne. Es nervt, aber wir finden die Ursache nicht.
Immer mehr beschleicht mich das komische Gefühl, bald anzukommen. Sanka offenbar auch, denn sie ist fast so unruhig im Auto wie ganz zu Anfang.

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KarteGleich hinter Irkutsk erhebt sich mal wieder das Sajangebirge, diesmal das Östliche. Und kaum haben wir die letzte Passhöhe hinter uns gelassen, tut er sich auf. Es ist leicht diesig, viel kann man nicht sehen, aber er ist es: Djed Baikal. Riesig und ganz ruhig liegt er zu unseren Füßen. Geruch von geräuchertem Fisch steigt uns in die Nase. Riecht so, als ob das ganze Dorf Omul räuchern würde. Wir biegen um eine Serpentinenkurve, um nach und nach auf die Höhe des Sees zu gelangen und da ist tatsächlich ein großer Omul-Markt. Heiß geräuchert kalt, getrocknet, leicht oder stark gesalzen, wie man ihn möchte, für jeden Fischgeschmack ist was dabei.
Wir halten natürlich und lassen uns mit Sanka und Fisch im Gras nieder. Der schmeckt...
Und jetzt haben wir die Uferstraße vor uns. 250km etwa am See entlang, mal mehr mal weniger nah, aber allein schon seine Existenz in der Nähe zu wissen ist angenehm und erhebend. Immer wieder erfasst mich hier ein unglaubliches Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben, es ist schwermütig und großartig.

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Listvjanka
Lisvtjanka
Um 14.00 erreichen wir die Grenze zu Burjatien, es gibt ein Erinnerungsfoto. Sanka will von ihrem Podest gar nicht wieder runter. Ein paar Leute verkaufen in der Nähe Beeren. Sie staunen auch über uns, allerdings mehr über die Fotografiererei, als über Mascha.
Plötzlich stellen wir fest, dass keine Birken wachsen. So weit muss man tatsächlich fahren, bis sich an der Landschaft grundlegend was ändert, mal abgesehen von den Abstechern in den Süden, so ist doch wirklich dieser ganze breite Streifen nach Sibirien fast immer gleich.

Mehr Fotos finden Sie, wenn Sie in das Bild oder hier klicken.

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Es wird Zeit sich vom Baikal fürs erste zu verabschieden. Wir knicken nach Osten ab und begleiten nun die Selenga flussaufwärts bis Ulan-Ude. Hundert km noch. Wir liegen bestens in der Zeit und werden pünktlich sein.

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Doch vorher noch die erste burjatische Verkehrskontrolle. Er begutachtet unsere Papiere und sagt dann: Danke schön. Auf Deutsch. Mir kommt darauf hin die Idee, einen kleinen Sprachführer für Verkehrspolizisten zu schreiben.

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Burjatien
Burjatien
Um Schlag sieben erreichen wir das Ortsschild von Ulan-Ude, wieder ein Erinnerungsfoto. Sandra sagt, ich hätte ihr die Steppe um Ulan-Ude verschwiegen. Ihr gefällt es so gut wie in Tuwa. Einmal großkotzig sein. Ich nehme mein Handy und rufe Toma an. In 10 min. sind wir da......
und meine Reise damit am Ende.

Für mich war diese Fahrt keine Heldenfahrt, sie war sehr schön und unglaublich interessant und ich hoffe, dass ich mit meinen Beschreibungen, einen kleinen Beitrag zu einem positiven und schönen Bild von Russland leisten konnte.

Ich danke Corinna, Sandra und Sanka für die großartige Reisebegleitung. Ohne sie wäre diese Fahrt nicht möglich gewesen.
Und natürlich hätte ich ohne die echte Mascha in Nishnij nie meine Mascha kaufen können und ohne Jura hätte mir wohl jegliches Verständnis für das Auto gefehlt, also auch ein riesen Dankeschön.

Ich möchte auch meinen geliebten Eltern, Rose und Jörg, dafür danken, dass sie mich schon von Kindesbeinen an auf das Andere neugierig gemacht und mich stets unterstützt haben, es zu entdecken.

Selbstverständlich darf ich auch nicht unsere Gastgeber vergessen, die uns alle herzlich empfangen und versorgt haben:
Nina, Grischa I+II und Mischa in Moskau,
Alexandra, Tanja und Igor ebenfalls in Moskau,
Lena in Nishnij,
Nadja, Tanja und Ildar in Kazan,
Valja und ihre Familie in Jekaterinburg,
Susanna und Olivia in Omsk,
die Eltern von Ljuba in Irtysch,
Irina in Barnaul sowie
Tanja und Shenja in Irkutsk.

Außerdem natürlich all jenen lieben Dank, die mich in Gedanken, mit Tipps, Mails und Notizen im Gästebuch begleitet haben.

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letzte Aktualisierung: 27.11.2004