Montag, 19.08.02   Voskresenskoje - Nishneudinsk

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Tacho  
 

Wir wachen im dichten Nebel auf. Merken aber schnell, dass er sich bald verziehen wird, es wird wohl schon Herbst hier im Osten. Ein paar Kühe schubsen Mascha. Sie sind auf dem Weg zur Weide und wir stehen offenbar genau auf ihrem Pfad.
Wir frühstücken Brot mit Himbeer-Marmelade. Das Joghurt ist über Nacht leider ausgelaufen. Wir wollen gleich starten, damit wir möglichst weit kommen in Richtung Irkutsk. Der Weg ist nämlich ganz schön weit und immer kann man den Straßen ja doch nicht trauen.
Ich starte Mascha, doch außer ein paar schwächlichen Blubb-Blubbs passiert nichts. Die Batterie? Hmmm. Etwas besorgt sehen wir uns an. Wir haben sie doch eigentlich gar nicht sonderlich strapaziert. Auch abends im Auto immer nur Taschenlampen. Keine Ahnung.
Ich überlege, was Jura mir gesagt hatte bzgl. Batterie. Destilliertes Wasser nachfüllen? Mal versuchen. Eben den Fahrersitz aus dem Auto gehoben, dahinter ist nämlich die Batterie. Dann den Deckel abgehoben. Sechs kleine Deckelchen abgeschraubt. Sandra hat inzwischen das destillierte Wasser hinter dem Beifahrersitz hervorgekramt. Ich fülle nach. 1,5l sind im Nu verschwunden. Ich versuche wenig überzeugt einen Start und siehe da, Mascha springt ohne Murren an.

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Schotter
Schotter


Beruhigt nach dieser kleinen Panne gehen wir weiter auf große Fahrt. Jetzt scheinen zum ersten Mal die Prognosen aus Moskau, Nishnij, Kasan,... wahr zu werden. Die Straße, die Trasse, die Magistrale ist in einem kümmerlichen Zustand. Ein Schlagloch jagt das andere, dann wieder 50km Schotter, dann geht es wieder, dann Baustellen, auf denen nichts Sichtbares geschieht.
Mehr Fotos finden Sie, wenn Sie in das Bild oder hier klicken.

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Kontrolle, die wievielte? Ich habe noch nicht gezählt, später vielleicht. Dieses Mal, in Kansk, fragt man schon, ob wir unterwegs an den Baikal seien. Wir bejahen und man lässt uns ziehen.

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KarteWir haben die Irkutskaja Oblast erreicht. Jetzt sind wir also schon in der endgültigen Zeitzone angelangt. Für uns eine Stunde weiter, von Deutschland aus immerhin schon sieben.
Den ganzen Tag fahren wir bereits in einer langen Schlangenlinie immer wieder über die Transsib. Irgendwie fühlen wir uns großartig, eine der bedeutendsten Eisenbahnen der Welt zu überqueren. Wir kommen an allerlei Haltestationen vorbei, die nur eine Kilometerangabe als Name tragen. "4615 km" zum Beispiel. Das ist von Moskau aus gerechnet.

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Trotz der schlechten Wege gelangen wir bis Nishneudinsk. Gut die halbe Strecke bis Irkutsk ist damit geschafft. Und wer weiß schon wie die Straßen morgen aussehen.
In Nishneudinsk finden wir Quartier im billigsten Hotel der ganzen Reise. Nach der Autonacht ist uns nach Ausstrecken zumute und das für 179 R? Wir betreten das Zimmer und es schüttelt uns. Dank unserer Schlafsäcke träumen wir aber dennoch und zuvor wurden wir durch ein hervorragendes kleines Restaurant auch voll getröstet. Direkt neben dem Hotel eine Pelmennaja, die keine mehr ist. Hier gibt es freundlichste Kellnerinnen, sehr gutes Essen und dazu ist die Atmosphäre angenehm und alles war sauber. Lediglich ein reichlich angetrunkener Tischnachbar meinte sich allen Frauen zum Tanz anbieten zu müssen.

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letzte Aktualisierung: 27.11.2004