Sonntag, 18.08.02   Abakan - Krasnojarsk

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Tacho  
 

Wir haben wieder hervorragend in unserem Hotel geschlafen. War schon gut, dass wir hierher zurückgekehrt sind.
Immerhin steht heute ja wieder eine Bergtour an. In den Norden zurück. Wir haben lange überlegt, ob wir uns mal wieder auf Abwegen bewegen oder eben die schon bekannte Strecke entlang des Stausees fahren sollen. Wir haben uns für letztere entschieden, erstens weil wir in den Bergen viel Zeit brauchen und dazu auf schlechten Straßen (die Abwege...) erst recht und zweitens hatten wir Angst des Wetters wegen, sollte es zu kübeln anfangen, dann müssten wir uns wieder durch den Schlamm graben.

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Aber erstmal liegt wieder ein Stück Chakassien vor uns, worauf wir uns sehr freuen, weil wir die Steppe einfach mögen.

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Tanz um den Stein
Tanz um den Stein
Irgendwann befanden wir uns im "Grabhügelland" - nehmen wir an. Sonst hatten wir keine Idee, was es sein könnte. Kleine Hügel und drum herum Steinplatten aufgestellt. An einem rasteten wir und genossen die schöne Aussicht, das Wetter hat sich nämlich gefangen und die Sonne scheint.



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KarteEtwas weiter bremst Sandra plötzlich, sie hat den x-ten Cowboy entdeckt. Diesmal scheint er so nahe zu sein, dass wir ihn fotografieren können. Wir biegen in einen Seitenweg ein und steigen aus. Der Hirte kommt auf uns zu und ist unglaublich freundlich, lässt sich fotografieren und bietet uns sogar an, eine Runde zu reiten. Wir lehnen ab, wir haben noch einen ziemlichen Weg vor uns.
Im Ost-Sajan, d.h. seinen Ausläufern, die direkt südlich von Krasnojarsk liegen, läuft uns bereits das Wasser im Munde zusammen, wir wollen wieder eine getrocknete Lachsforelle ergattern und als Abendbrot verspeisen, allerdings müssen wir uns noch bis zur Staustufe gedulden.

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Hügelland
Hügelland

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Wir werden mal wieder angehalten. Ortseingang Krasnojarsk. Kritisch beäugen die beiden GAIschniki unser Auto, linsen durch die Scheiben. Mal wieder die Frage, was wir transportieren: Persönliche Gegenstände.
- Steigen Sie bitte aus!
- Warum? - Sie haben keine Brisgoviki.
- Keine was? (Ich verstand das Wort nicht.)
- Keine Brisgoviki, die sind Vorschrift.
Ich begriff immer noch nicht. Wir waren inzwischen mit ihm in der Bude verschwunden und er hatte meine Papiere in der Hand. Er erklärte und beschrieb: Am Radkasten, gegen den Dreck, damit der nicht spritzt. Dann fiel bei mir der Groschen: Spritzschutz meint er. Mascha war so schmutzig, das gefiel ihm nicht. Wir hatten sie extra nicht mehr gewaschen, damit man durch die Fenster nichts mehr sehen kann. Wohlweislich aber immer wieder Nummernschild und Lichter geputzt. Ich ging in die Offensive:
- Wir wurden schon so oft angehalten und niemand wollte einen Spritzschutz sehen, außerdem ist das Auto neu. Wenn es wirklich Vorschrift wäre, dann darf man das Auto ohne Spritzschutz gar nicht zulassen.
Irgendwarum gefiel ihm wohl meine Argumentation, jedenfalls drückte er mir augenblicklich die Papiere in die Hand und wünschte eine gute Reise.

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In Krasnojarsk machen wir nur mehr eine technische Pause: Geld holen und das Tagebuch ergänzen. Wir haben keine Lust mehr auf öde Hotels und beschließen uns ein kleines Dorf zum Übernachten zu suchen - auf dem Weg nach Irkutsk.
Sandra brachte aus ihrem E-Mail-Postfach diverse Nachrichten über das Hochwasser in Deutschland mit. Wir diskutierten darüber, während wir uns auf die Ausfallstraße Richtung Irkutsk zubewegten. Und mit einem Mal ist die Straße überschwemmt. Ich denke noch an einen Wasserrohrbruch. Kommt ja vor. Wir fahren weiter und alle paar hundert Meter ist die Straße wieder überschwemmt. Man sieht natürlich nicht, wie hoch es steht und auch nicht ob da Schlaglöcher sind. Vorsichtig fahre ich durch und es spritzt rechts und links von uns mannshoch zur Seite. Wir überlegen, umzukehren, aber wir haben stetig Gegenverkehr, so dass wir immer wieder denken, dies war die letzte.
Wir bemerken gerade noch, wie einige Autos über eine Laderampe fahren und wir setzen ein Stück zurück, um sie auch zu nutzen. Auf der anderen Seite sitzen einige Jugendliche und beobachten das Treiben. Wir fahren weiter und mit einem Mal, stecken wir einen Meter tief im Wasser. Oh je. Mascha lass uns nicht im Stich! Wie sind nur die flachgedrückten japanischen Autos da durch gekommen? Im Fußraum steigt das Wasser, aber ich bleibe mit dem Fuß auf dem Gas. Nur durch hier, alles andere ist egal.
Wir haben es geschafft. Mascha hat es geschafft. Und später stelle ich fest, dass meine Kisten im Heck trocken geblieben sind.

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Wir schlafen nochmal im Auto, irgendwie hatte uns die erste Nacht gefallen, so dass wir es gerne noch einmal wiederholen wollten.

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letzte Aktualisierung: 27.11.2004