Donnerstag, 15.08.02   Krasnojarsk - Abakan

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Tacho  
 

Morgens gleich, kaum aus dem Bett gesprungen, erreichte ich eine UAZ-Service-Station, wo wir gegen 10.00 Mascha abstellten. Ein Frühstück hatten wir uns eingekauft und ließen uns also vor der Werkstatt zum Picknick nieder. Sanka war Mittelpunkt, denn alle schlossen sie sofort ins Herz und fütterten sie mit Keksen. (Die Ernährungsfrage werde ich erst in Ulan-Ude wieder ernst nehmen, hat unterwegs einfach keinen Sinn.)
Divnogorsk
Divnogorsk
Der Meister, jedenfalls hatte er weder schmutzige Hände noch Klamotten, war restlos begeistert von uns Frauen. Wie das nur sein könnte und mit solch einem Auto und bis aus Nishnij und überhaupt. Und plötzlich servierte er uns zu unserem Frühstück Tee. Keine Angestellte, er höchstpersönlich.
Da ich Mascha trotz der überaus herzlichen Aufnahme nur ungern mit all meinem Hab und Gut alleine dort ließ, wartete ich die Zeit ab und auch Sandra blieb, obwohl sie eigentlich doch einen kleinen Rundgang machen wollte. Schlag 12.00 konnten wir mit Mascha vom Hof rollen.

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Krasnojarsk ansehen? Nein, da kommt man sicher leichter und öfter hin, wir wollen in den Süden. Und so füllten wir Maschas Tank und die Fahrt ging los, den Jenisseij entlang. Erst zum zweitgrößten Stausee Russlands: Divnogorsk. Gigantisch, wahrlich. Der See ist 400km lang.

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Kurz vor der Staumauer gabs getrockneten Fisch. Sehr fein. Wir aßen ihn am Ufer des Krasnojarsker Meers.
Und weil die Zeit nun doch drängte, immerhin gut 400km waren zu schaffen und das in den Bergen, hoppelten wir gemächlich eine Straße nach der anderen hoch und beinah ebenso vorsichtig auf der anderen wieder runter - wer weiß, wie gut die Bremsen wirklich sind...

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KarteMascha ließ uns nicht im Stich, manchmal schnaufte sie schwer, 12% Steigung, vielleicht mit 40 oder 50 km/h, aber sie hat es gepackt. Und plötzlich noch eine Anhöhe, um uns die Berge alles in allem gar nicht so hoch, 8-900m, alles wie gehabt. Wald, Wald, Wald, diesmal tatsächlich auch viel Nadelgehölz dazwischen. Plötzlich also erst die Grenze zu Chakassien, endlich über die Kuppe und es tut sich vor uns eine Weite auf, wie wir sie noch nie gesehen haben. Große, weite Hügel, keine Bäume, selten Büsche dafür Gräser, unzählige Arten. Das ist sie offenbar, die russische Steppe. Das ist sie wirklich. Nur so kann sie eigentlich aussehen.
Links der Straße sehen wir die Ausläufer des Stausees, da scheint alles gleich viel grüner.
Wir rufen gleichzeitig: Guck mal rechts...; sieh mal links... Wir fassen es kaum, diese Farben. "Halt doch mal, guck mal, stop!"
Sajan I
Sajan1
Da liegen ein paar Steine auf der Wiese. Eher Felsbrocken, nein, Steinplatten, aber die liegen eigentlich auch nicht sondern stehen. Kreisförmig angeordnet. Sandra springt drum herum und fotografiert, ich hinterher. Was ist das? Sind das diese Kurgane, von denen wir gelesen haben? Gräber?
Leider ist es recht diesig und auch die Sonne senkt sich, so dass wir uns auf die Socken machen müssen, um noch nach Abakan zu gelangen.

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Stauseeausläufer
Stauseeausläufer
Wir erreichen mit einbrechender Dunkelheit Abakan. Das erste Hotel ist nicht da, wo es der Reiseführer versprach (sonst eigentlich recht zuverlässig). Wir finden das zweite und auch wenn es kein (!) Wasser gibt, lässt man uns ein. Man hat immerhin die Badewanne aufgefüllt, dass man sich zumindest einer Katzenwäsche unterziehen kann.
Vor dem Hotel "Chakassia" steht ein Mann, der für ein erhöhtes Trinkgeld, die vielleicht 10 Parkplätze vor dem Haus bewacht. Er ist ausgesprochen freundlich und auch mal wieder restlos begeistert von uns. Als er merkt, dass wir aus Deutschland sind, sagt er: Was es nicht für starke Frauen in Deutschland gibt. Alle Achtung.

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Abends genießen wir ein Bierchen vor dem örtlichen Supermarkt, leider regnet es, aber es ist unglaublich spannend, die Jugendlichen dort zu beobachten, die im 5-Minuten-Takt hin- und herspazieren.
Plötzlich stehen 3 Chakassen und ein bärtiger sehr europäisch gekleideter Mann neben uns und unterhalten sich in einer unverständlichen Sprache. Ist das Chakassisch? Aber dass ein Nicht-Chakasse diese Sprache kann, wäre sehr erstaunlich.
Wir beobachten die vier und irgendwann bemerken sie auch uns. Wir kommen ins Gespräch. Die 3 Chakassen studieren und arbeiten in der Türkei und der bärtige Mann ist ein türkischer Archäologie-Professor. Sie sprachen also Türkisch miteinander.
Timur der eine erzählt uns einiges über Chakassien, wo wir unbedingt hinfahren müssten und dass wir mit ihnen morgen eine Tour machen könnten.
Wir lehnen erstmal nicht ab, was kann schöner sein, als hautnah etwas erzählt zu bekommen?

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letzte Aktualisierung: 27.11.2004