8 Schlußbemerkungen

Kapitel7 Anhang

Mit dieser Arbeit sollte gezeigt werden, daß das Internet im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden kann und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Als Basis wurde das kommunikative Spiel "Mediterrania" gewählt, das sicher in vieler Hinsicht noch zu vervollkommnen ist, wie die zahlreichen Vorschläge im Verlauf der Kritik zeigten. Von "Kommunikation im Internet" kann im eigentlichen Sinne nicht gesprochen werden, wenn wir darunter verstehen, daß die Kommunikationspartner selbst am Rechner sitzen und schreiben, aber es handelt sich zweifellos um Kommunikation, die ohne das Internet nicht zustande gekommen wäre.

"Mediterrania" verbindet den Reiz des Ratens und Suchens mit dem Knüpfen interkultureller Kontakte. Hemmungen wie in einem mündlichen Gespräch, Fehler zu machen, etwas nicht zu wissen, entstehen durch die Arbeit im Klassenverband nicht. Die Schüler sehen sich als Gemeinschaft, die in einer offenen Konkurrenz mit den anderen Klassen steht. Die Schüler sind neugierig auf die Partner, die durch den Aufbau des Spiels zunächst auch geheimnisvoll erscheinen. Man weiß nichts von ihnen. Mindestens durch diesen Aspekt werden die Schüler offensichtlich durch "Mediterrania" zum Mitmachen und zur Kommunikation motiviert.

Betrachten wir "Mediterrania" als interpersonales Online-Sprachlernspiel, so ist es neben "Odyssee" eine Neuheit auf diesem Sektor. Selten wird das kommunikative Schreiben in ein Spiel integriert und selten geht ein Spiel über die Grenzen des Klassenzimmers oder des Schulhofs hinaus und schon gar nicht über einen Ozean hinweg. Hier kann das Internet als Unterrichtsmedium "Berge versetzen".

Diese Arbeit soll ihren Beitrag dazu leisten, welche Aspekte bei einer Evaluierung beachtet werden sollten, und sie soll eine Ergänzung zu den vielfach fehlenden Evaluationen von Internet-Projekten darstellen.

Kriterien zur Auswahl von Internet-Projekten konnten keinen Eingang in die Untersuchung finden, da es dafür einer größeren Anzahl von Evaluationen bedarf, die im Rahmen dieser Arbeit nicht hätten erbracht werden können.

Aus der Beschäftigung mit "Mediterrania" heraus, wurde die Frage aufgeworfen, ob die Schüler und wenn ja, wie lange sie mit den anderen Klassen einen E-Mail-Austausch betreiben. Hier standen nur die fertigen E-Mails und das Spielmaterial zur Verfügung. Aber was lernen die Schüler tatsächlich dazu? Können sie die jetzt halbfertigen Briefe in Zukunft auch ohne Vorlage mit so wenigen Fehlern schreiben? Lernen sie nachhaltig interkulturell?

Verfolgte man den Austausch wenigstens einer Klasse über einen längeren Zeitraum, ließe sich untersuchen, wie sich ihre Kommunikationsfähigkeit und das sprachliche Können im Laufe des Spiels und danach verändern.

Zu den Zielstellungen der Autoren möchte ich sagen, daß einige Ziele zurückhaltender formuliert werden sollten und andere nach einer überarbeitung des Spiels erreicht werden können.

Die Kritik, die an "Mediterrania" geäußert wurde, soll ausnahmslos als konstruktiv aufgefaßt werden, da in diesem Spiel, dessen Durchführung zum ersten Mal stattfand, sehr viel Potential für den Fremdsprachenunterricht steckt.

Man sollte als Lehrer offen für Internet-Projekte sein und sie dennoch kritisch untersuchen. Nicht jedes Angebot und sei es auch von namhaften Bildungseinrichtungen kann den Erfolg garantieren. Ein Spiel wie "Mediterrania" kann wenig Schaden anrichten, aber dies ist vermutlich nicht bei allen Projekten so.

Gerade darum sind Evaluationen und schließlich Auswahlkriterien so wichtig, damit auch Fremdsprachenlehrern Handreichungen gegeben werden können, die über den technischen Gebrauch des Internet hinaus gehen.


Kapitel 7 Anhang
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letzte Aktualisierung: 27.11.2004